Rechtsprechungsdatenbank der Thüringer Verwaltungsgerichtsbarkeit

Gericht:OVG Weimar
Entsch.-Datum:04/29/2008
Entsch.-Typ:BESCHLUSS
Aktenzeichen:4 ZKO 610/07Rechtskräftig: ja

Sachgebiet: Beiträge (1130)
Titel: Zur Zulässigkeit der Nacherhebung von Beiträgen
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Fundstellen: LKV
ThürVBl
ThürVGRspr
2009, 35 ff
2009, 31 ff
2010, 65 ff
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Rechtsquellen: AO § 38
AO § 47
AO § 119 Abs 3
AO § 125 Abs 2 Nr 1
AO § 130
ThürKAG § 7 Abs 1 S 1
ThürKAG § 7 Abs 7 S 1
ThürKAG § 7 Abs 11
ThürKAG § 15 Abs 1 Nr 3 b
ThürKAG § 76 Abs 1 S 2
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Schlagworte: * Adressat
* Auslegung
* ausstellende Behörde
* Behörde
* Beitrag
* Beitragsbescheid
* Beitragsschuldverhältnis
* Berichtigungsbescheid
* Bestandskraft
* Dienststelle
* Doppelbelastung
* Doppelveranlagung
* Eigenbetrieb
* Einmaligkeit der Beitragserhebung
* endgültig
* Ergänzung
* Erhebungspflicht
* Erstbescheid
* Nachforderung
* Nacherhebung
* objektiver Erklärungswert
* Rücknahme
* sachliche Beitragspflicht
* Stadt
* Stadtverwaltung
* Vergleich
* Vertrauensschutz
* Verwaltungsträger
* Beitragsrecht
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Leitsätze: 1. Wenn ein erster Beitragsbescheid die entstandene sachliche Beitragspflicht in der Höhe nicht ausschöpft, ist nach Thüringer Landesrecht eine Nacherhebung bis zur Höhe der Beitragsschuld regelmäßig zulässig; weder der Grundsatz der Einmaligkeit der Beitragserhebung noch die Bestandskraft des ursprünglichen Beitragsbescheids stehen einer solchen Nacherhebung entgegen.

2. Etwas anderes kann gelten, wenn ein Beitragsbescheid der einvernehmlichen endgültigen Beilegung eines Streits über die Höhe der Beitragspflicht dient oder ein entsprechender Bindungswille des Einrichtungsträgers eindeutig und unmissverständlich im Sinne einer Zusicherung erklärt wird (im konkreten Fall verneint).

3. Zur Nichtigkeit eines Beitragsbescheids, der den Eindruck erweckt, er sei von einem Eigenbetrieb der Stadt erlassen worden.


Dokument: 07-4ZKO-00610-B-A.pdf - 07-4ZKO-00610-B-A.pdf




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