Rechtsprechungsdatenbank der Thüringer Verwaltungsgerichtsbarkeit

Gericht:VG Meiningen
Entsch.-Datum:04/14/2005
Entsch.-Typ:URTEIL
Aktenzeichen:1 K 287/00.MeRechtskräftig: ja

Sachgebiet: Beihilfen, Reise- und Umzugskostenvergütungen, Trennungsentschädigungen (1335)
Titel: Zur Frage der Verfassungsgemäßheit der Inkorporation bundesrechtlicher Beihilfevorschriften durch Landesgesetze und zur Beihilfefähigkeit heilpädagogischer Übungsbehandlungen
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Fundstellen:
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Rechtsquellen: BBG § 79
ThürBG § 87 idFv 15.03.2004
BhV § 6 Abs 1 Nr 3 idFv 10.07.1995
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Schlagworte: * Beihilfe
* beihilfefähig
* Erstattung
* Kosten
* Behandlung
* Behandlungskosten
* Maßnahme
* medizinische
* Heilbehandlung
* Behandler
* Heilhilfsberufe
* Therapie
* Therapeut
* Beschäftigung
* Beschäftigungstherapie
* Beschäftigungstherapeut
* Heilberufler
* Heilpädagoge
* Bewertung
* analog
* Grundgesetz
* vereinbar
* Vereinbarkeit
* Anforderungen
* verfassungsrechtlich
* Vorbehalt
* Gesetz
* Gesetzesvorbehalt
* Übergangszeit
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Leitsätze: 1. Die Beihilfevorschriften des Bundes sind mit dem Grundgesetz nicht vereinbar, da sie als Verwaltungsvorschriften nicht den verfassungsrechtlichen Anforderungen des Gesetzesvorbehaltes genügen (BVerwG, U. v. 17.06.2004 - 2 C 50.02-). Dies gilt auch, soweit sie durch § 87 Satz 2 ThürBG in der bis zum 15.03.2004 geltenden Fassung (§ 87 Abs. 1 Satz 2 ThürBG n. F.) als Landesrecht gelten, da sie durch die landesgesetzliche Regelung ihren Charakter als Verwaltungsvorschrift nicht verlieren (vgl. BVerwG, U. v. 28.10.2004 - 2 C 34/03 -).

2. Bis zu einer landesgesetzlichen Regelung gelten die Bundesbeihilfevorschriften übergangsweise weiter, da nur so Leistungen nach einem einheitlichen Handlungsprogramm erbracht weden können.

2. Medizinisch verordnete Maßnahmen sind regelmäßig nur dann beihilfefähig, wenn sie zu den in § 6 Abs. 1 Nr. 3 BhV genannten Heilbehandlungen gehören und vom Kreis der dort genannten Heilhilfsberufler erbracht wurden.


Dokument: 00-1K-00287-U-A.pdf - 00-1K-00287-U-A.pdf




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